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EXPEDITIONEN

Die Gipfel, die ich erklommen habe

MANASLU

HIMALAYA / NEPAL

8163 m

FEBRUAR / MÄRZ 2015
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" Was wir mitnehmen, ist für uns keine Niederlage, sondern die Gewissheit, alles versucht zu haben, um unseren Traum zu verwirklichen. Mit oder ohne Gipfel sind es die Tatkraft und die Fantasie, die zählen, nicht das Ergebnis. Dieses Abenteuer ist nur aufgeschoben . "

Der Manaslu ist mit seinen 8163 m der achthöchste Berg der Welt. Ziel dieser Expedition ist es, zwei große Routen der Vergangenheit neu zu interpretieren. Die erste Winterbesteigung, die am 12. Januar 1984 von den Polen Berbeka und Gajewski durchgeführt wurde, mit anschliessender Besteigung der beiden Gipfel des Manaslu-Massivs: des Hauptgipfels mit 8163 m und des Ostgipfels mit 7992 m. Die letztere wurde am 10. November 1986 von den beiden großartigen Alpinisten Jerzy Kukuczka und Artur Hajzer aus Polen bestiegen. Die zweite Herausforderung dieses Manaslu-Projekts 2015 ist die Verkettung des Hauptgipfels mit dem Ostgipfel. Diese Doppelbesteigung ist nie mehr wiederholt worden, auch nicht in der Sommersaison; bemerkenswert ist, dass der Ostgipfel der höchste Siebentausender der Welt ist - nur acht Meter trennen ihn von der magischen 8000er-Grenze.

Aber jetzt - pfiatenk!

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8 APRIL 2015. Tag 51.
Draußen schneit's, seit 2 Monaten! Wir haben jetzt im Basislager 6 Meter Schnee. Geplant war eine Winterbesteigung, aber laut Kalender endet sie als Frühlingsbesteigung. Nur laut Kalender. Und ich sage deshalb "endet", weil Simone und ich beschlossen haben, nach Hause zu gehen. Wir haben alle Geduld an Tag gelegt, genügend Optimismus und unser ganzes Können, aber der Manaslu bleibt dieses Jahr nur ein Traum für uns. Was wir mitnehmen, ist die "Expedition in der Expedition" im Khumbu-Tal. Die dreiwöchige Akklimatisierungsphase hat uns 2 neue Routen und den Gipfel eines unbestiegenen Sechstausenders beschert.

Eine Expedition ist niemals nur reine Performance, sie ist viel mehr auch ein Spiel mit deiner Geduld und deinen Nerven, und ich denke, dass Simone und ich alles gemacht haben, um dem Wetter und dem Berg zu trotzen. Während des langen Abwartens, das eigentlich nichts gebracht hat, haben wir viel Ausrüstung verloren und ganze Tage mit Schnee schöpfen verbracht. Aber überraschenderweise hat unserer besten Laune nichts Abbruch getan. Wir kehren nach Hause zurück, wo neue sportliche, alpinistische Projekte auf mich warten. Länger noch hier zu bleiben, um weiter zu schaufeln und mit der Natur zu ringen, würde nur an unserer Substanz und unserem Tatendrang zehren, der ungebremst bleiben soll.

"Was wir mitnehmen, ist für uns keine Niederlage, sondern die Gewissheit, alles versucht zu haben, um unseren Traum zu verwirklichen. Mit oder ohne Gipfel sind es die Tatkraft und die Fantasie, die zählen, nicht das Ergebnis. Dieses Abenteuer ist nur aufgeschoben."

K2

KARAKORUM / PAKISTAN

8611 m

JUNI / AUGUST 2014
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" Klaus und ich haben uns bestens verstanden. Wir haben uns auch in den längsten Stunden des Abwartens köstlich unterhalten: wir haben getanzt, gelacht, gemeinsamen die Wäsche gemacht, Knödel gekocht. Jeden Morgen haben wir uns rohe Eier mit Zucker gemacht, um Kraft zu tanken . "

Klaus und ich haben uns ganz kurzfristig und schnell entschieden, den K2, den "Berg der Berge", zu besteigen. Am 25. April haben wir uns entschieden und anderthalb Monate später waren wir bereits auf Reisen. Nach einigem bürokratischen Hickhack in Islamabad haben wir mit großer Freude und viel Motivation unser Trekking Richtung Basecamp begonnen. Dort angekommen, ging's gleich ans Akklimatisieren. Der Anstieg zum Höhenlager 1 war weit, ich konnte es nicht erwarten, tief in die Seele dieses Berges einzutauchen. Die Nächte in den Hochlagern verbrachten wir problemlos.

"Klaus und ich haben uns bestens verstanden. Wir haben uns auch in den längsten Stunden des Abwartens köstlich unterhalten: wir haben getanzt, gelacht, gemeinsamen die Wäsche gemacht, Knödel gekocht. Jeden Morgen haben wir uns rohe Eier mit Zucker gemacht, um Kraft zu tanken."

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Wir haben 3 Akklimatisierungsrunden absolviert, die alle mit dem Verbringen der Nacht im nächsthöheren Lager endeten. In der letzten Nacht, der wichtigsten, haben wir im Camp 3 auf 7300 m geschlafen. Es tat sich ein Schönwetterfenster auf, und es war der Moment gekommen, in dem wir den Gipfel probieren konnten. Am 23. Juli um 04:00 Uhr morgens sind wir los gestartet, um den Gipfel zu probieren. Wir fühlten uns gut und sind auch problemlos im Camp 2 angelangt. Von dort aus ging's weiter nach Camp 3, von wo aus wir das Zelt mitnahmen und nach Camp 4 auf 7900 m aufbrachen. Der Gipfel schien zum Greifen nah, aber die Zeit, die wir zum aufsteigen brauchten, war unendlich. Wir starteten um 00:20 Uhr, nachdem alle anderen längst fort waren, um eine Schlange zu vermeiden. Um 05:30 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, waren wir am Flaschenhals angekommen, wo die Querung unter dem Sérac startet, eine Stelle, die steil, schmal und meistens vereist ist. Hier begann der Stau. Sowie ich die Chance dazu hatte, überholte ich fast die ganze Schlange, um dann in meinem Rhythmus bis auf den Gipfel zu steigen. Welch eine überwältigende Freude!

"Ich war so konzentriert, dass ich nicht mehr auf Klaus gewartet habe, ich wollte nur mehr endlich am Gipfel ankommen... Ich stand um 15:00 Uhr am höchsten Punkt. Endlich konnte ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen, das Panorama in ich aufsaugen und die Tatsache genießen, dass ich im ersten Anlauf gleich den Gipfel geschafft hatte. Freudentaumel pur!"

Es war jetzt aber noch wichtig, keine Fehler beim Absteigen zum vorgelagerten Basislager zu machen. Erst dort angekommen, wussten wir, wir hatten es geschafft! :-) Klaus und ich sind uns in die Arme gefallen, wir waren von unserem Glück überwältigt. Die Erfüllung eines meiner größten Träume hat mir nicht nur einen außergewöhnlichen Erfolg beschert, sondern auch riesige Motivation für weitere zukünftige Abenteuer!

THE GREAT CROSSING

150 KM DURCH DEN KARAKORUM/PAKISTAN

150 km

MÄRZ / MAI 2013
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" Das war sicher meine schönste Expedition: Fast ein ganzes Monat fernab der Zivilisation, nicht nur eine, sondern gleich zwei Erstbesteigungen! Und das auch noch gemeinsam mit meinem Vater. Ich durfte die totale Einsamkeit erleben, spüren, wie es sich anfühlt, mit dem Essen knapp zu sein, durfte lernen, mich auf unbekanntes Gelände einzulassen und darauf zu reagieren, meine persönlichen Stärken und Schwächen noch besser zu erkennen.Eine Erfahrung, die mich "vollständiger" gemacht hat . "

150KM ACROSS SNOW AND ICE AND THE ASCENT OF TWO UNCLIMBED PEAKS

Die Idee zu diesem Skitrekking war bereits 2013 entstanden, und die möglichen Erstbesteigungen sind dann erst mit der Zeit dazugekommen. Es war dies schon lange einer meiner Träume, die ich verwirklichen wollte, irgendwann auf einem Gipfel zu stehen, wo sonst noch nie jemand gewesen war.

"Wir sind zu viert zum Abenteuer "The Great Crossing" aufgebrochen: ich, mein Vater und 2 österreichische Kameramänner. Am 26. März flogen wir von München nach Islamabad, wo es galt, unsere Pulkas (Schlitten, die am Gletscher gezogen werden) richtig zu bepacken und wirklich nur das Nötigste mitzunehmen. Immerhin hatten wir alles, was wir mitschleppen wollten, selbst hinter uns herzuziehen. Nach drei Tagen Anfahrt kamen wir in die letzte Ortschaft, Shimshal, ein Dorf im Nichts... Am Ostersonntag sind wir dann zu Fuß Richtung Braldu-Gletscher aufgebrochen. Nach 6 Tagen atemberaubendstem Trekking hatten wir endlich eine durchgehende Schneedecke erreicht."

Wir waren nun 25 Tage auf uns alleine gestellt. Die ersten Tage waren wirklich etwas viel für mich. Zuerst das ungewohnte Ziehen der 70-80 kg schweren Pulka, dann die schwierigen Verhältnisse, die vielen Spalten und Spaltenstürze und das schwere Erreichen der Berge wegen der ganzen Séracs. Nach einem ersten Akklimatisierungsberg sind wir dann gleich mit nur 2 Pulkas in ein Seitental des Braldu-Gletschers gelaufen, um 2 Erstbesteigungen an der chinesischen Grenze zu machen. Zwei Tage Anmarsch haben gereicht, um sich ein Lager für beide Berge einzurichten.

Nach einem Rasttag ging es weiter Richtung Lupke La Pass. Wind und Kälte haben uns vier dann schließlich zur Umkehr bewegt. Am darauffolgenden Tag starteten wir bei schlechtem Wetter Richtung Braldu Brakk (6200m). Hier stiegen wir allerdings nur auf den vorgelagerten 6000er, denn schlechte Sicht und ein steiles Tal dazwischen haben uns alles abverlangt, um überhaupt wieder heil in unser Lager zurückzukommen. Ein weiterer Schlechtwettertag zwang uns zuerst zur Pause, aber dann ging es endlich über den Pass, der Zivilisation bereits etwas näher kommend. Die Abfahrt recht steil und spektakulär, und nach 2 Tagen waren wir, vorbei an den Latoks und dem Ogre, am schönen Snow Lake, wo uns allerdings auch kein gutes Wetter mehr vergönnt war. Langsam zerrann unsere Zeit, und wir mussten uns schließlich auf den Weg Richtung Süden machen, wo uns unsere Träger abholen kommen sollten. Wir starteten trotz widrigster Verhältnisse und wenig Sicht Richtung Askoli. Normalerweise würde man diese Strecke an einem Tag schaffen, aber mit den gegebenen Verhältnissen haben wir ganze drei Tage benötigt. Glücklicherweise, als unser Essen anfing, knapp zu werden, trafen wir bereits einen Tag vorher auf unsere drei Träger. Unsere Freude war immens! Zwei weitere Tage haben wir dann bis Askoli benötigt, weiter mit Jeep und Bus bis nach Islamabad, wo wir wieder alles für unsere Heimreise vorbereiteten.

"Das war sicher meine schönste Expedition: Fast ein ganzes Monat fernab der Zivilisation, nicht nur eine, sondern gleich zwei Erstbesteigungen! Und das auch noch gemeinsam mit meinem Vater. Ich durfte die totale Einsamkeit erleben, spüren, wie es sich anfühlt, mit dem Essen knapp zu sein, durfte lernen, mich auf unbekanntes Gelände einzulassen und darauf zu reagieren, meine persönlichen Stärken und Schwächen noch besser zu erkennen.Eine Erfahrung, die mich "vollständiger" gemacht hat".

PEAK LENIN

PAMIR / KIRGISISTAN

7143 m

JUNI / JULI 2013
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" Bereits als kleines Kind habe ich vom Entdecken ferner, unberührter Länder, die bis an den Himmel reichten, geträumt! Diese Länder trugen Namen wie aus Tausend und einer Nacht: Pamir, ein magischer Namen, Abenteuer und Mysterium für mich ! "

"Bereits als kleines Kind habe ich vom Entdecken ferner, unberührter Länder, die bis an den Himmel reichten, geträumt! Diese Länder trugen Namen wie aus Tausend und einer Nacht: Pamir, ein magischer Namen, Abenteuer und Mysterium für mich!"

Das Kind musste 27 Jahre alt werden, bis es sich diesen Traum erfüllen konnte - eine Entdeckungsreise nach Pamir. Jetzt sehe ich den Pamir als das, was er ist, ein rauhes und wildes Land im Herzen Zentralasiens zwischen Kirgisistan und Tadschikistan, entstanden aus dem Verfall der Sowjetunion. In meinen Augen aber wahrt dieses Land dieses Geheimnis, das aus unbewohnten Tälern, Eisbächen und hohen Gipfel mit Spalten und schwebenden Gletschern besteht - ein faszinierender Ozean aus weißen und blauen Bergen. Bam-i-Dunya, das Dach der Welt, wie es die Perser nennen. Von hier verzweigen sich die höchsten Gebirge dieser Welt, der Hindukush im Nordwesten, der Tian Shan im Nordosten, der Karakorum und der Himalaya im Südosten. Abgetrennt durch die Steppen Kasachstans, kreuzte jahrtausendelang die Seidenstraße als Handelsweg zwischen Orient und Okzident diese Gegend entlang der bekannten Märkte von Bukhara und Samarkand.

Den Pamir zu entdecken war wunderschön: den Lenin Peak zu besteigen mit seinen 7134 m in Gorno-Badakhstan bleibt unvergesslich! Der kräfteraubende Anstieg wurde durch eine atemberaubende Aussicht am Gipfel belohnt: im Osten reicht der Blick bis zum Tian-Shan (Pik Poheda und Khan Tengri), zum Kongur und Muztagh Ata im Xinjiang im Süden und im Westen bis zum Rand der Welt, den unzähligen, namenlosen Gipfeln des westlichen Pamirs.

Trotz allem blieb nicht genug Zeit, diese Schönheit zur Genüge aufsaugen zu können, den der adrenalin-geladene Teil dieses Abenteuers erwartete uns, eine lange Abfahrt der Nordflanke, eine ganze Wand, die wir mit Skiern abfahren konnten!

MUZTAGH ATA

VERSUCH BROAD PEAK 8051 M / PAMIR

7547 m

JUNI / JULI 2012
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" Ich hatte es versucht und mein Bestes gegeben. Der Broad Peak nur 500 Höhenmeter höher als der Muztagh Ata, aber trotzdem sind die Wetterbedingungen in diesen Höhen immer noch der ausschlaggebendste Faktor. Es war erneut eine sehr wichtige Erfahrung für mich, da ich gesehen habe, dass ich auch in diesen Höhen imstande bin, meine komplette Ausrüstung selbst zu tragen, angefangen beim Zelt, Schlafsack, Kocher bis hin zu den anderen Kleinigkeiten, die man ebenso benötigt. Das ist auch genau das, was ich möchte: aus eigener Kraft, ohne Hilfe von Höhenträgern oder Sherpas, Gipfel zu besteigen . "

München, Islamabad, Pakistan und weiter im Autobus nach China, entlang des Karakorum Highways; kurze Zwischenpause am Karakul Lake und weiter Richtung Basecamp auf 4450 m. Wir waren zu sechst unterwegs, vier der Teilnehmer kannte ich nicht, aber die Stimmung war von Anfang an bestens.

Paul und ich starteten für die erste und einzig geplante Akklimatisierungsrunde und stiegen ins Lager 1 (5500m) auf. Am darauffolgenden Tag sollte es Lager 2 sein. Nachdem wir eine Nacht dort oben verbracht hatten und am Morgen noch keine Wettervorhersagen erhalten hatten, entschieden wir uns, nach einem Aufstieg in die Serac-Zone, schweren Herzens für den Abstieg. Nach einer Nacht im Basislager schulterten wir beide ohne zu zögern den Rucksack und stiegen erneut auf. Wir hatten nur noch diesen einen Tag Schönwetter zur Verfügung. Nach harter Spurarbeit im Lager 1 angekommen, kochte ich zwar vorerst mal Wasser auf, aber trotzdem war uns beiden klar, ohne auch nur ein Wort miteinander gewechselt zu haben, wir würden sofort weitergehen bis ins Hochlager 2. Dennoch war das Wetter in der Serac-Zone immer noch nicht das beste. Immer wieder lag die Sicht grad mal bei 5 Metern, und manchmal rührten wir uns eine Viertelstunde lang nicht mehr von der Stelle, um einen Sturz zu vermeiden. Wir kannten das Gelände nicht, und deshalb konnten wir mitten in diesem Nebel auch nicht erahnen, wo sich das Lager genau befand. Auf einmal sah ich dann ganz kurz ein Zelt, und wir bemühten uns schnell in diese Richtung. Eine Stunde später waren wir auch dort an diesem Zelt angelangt, immer noch von Nebel umgeben und mittlerweile hatte es auch angefangen, etwas zu schneien. Gegen Abend klarte es auf und wir sahen erst dann, dass wir uns in einem 35 Grad steilen Hang befanden. Später am Abend begann es erneut zu schneien, und wir taten fast kein Auge zu, weil wir Angst vor einer Lawine hatten. Um 5 Uhr morgens ging es dann ins Tal, wo wir heilfroh ankamen. Unsere Akklimatisierung war somit positiv abgeschlossen. Nach fünf Schlechtwettertagen starteten wir erneut Richtung Gipfel. Im Lager 3 haben wir die Nacht verbracht. Um 8.10 Uhr begannen wir somit unseren Aufstieg, wir fanden unseren Rhythmus bald und nach genau vier Stunden standen wir am höchsten Punkt, dem Gipfel des Muztagh Ata, mein erster mit Skiern erklommener hoher Berg. Ich war überwältigt. Die Anstrengungen der letzten 2 Wochen wurden mit einer traumhaften Pulverabfahrt von 3000 Höhenmetern belohnt. Es war nun Zeit, den 8051m hohen Broad Peak im Karakorum in Angriff zu nehmen.

EXPEDITION BROAD PEAK (8051M)

Nachdem Paul und ich die Akklimatisierung gut abgeschlossen hatten, machten wir uns nach unserem Erfolg am Muztagh Ata auf dem Weg nach Askoli, während die anderen vier Jungs wieder nach Hause zurückflogen. In Askoli sind wir zu einem fünf Tage und 100km langen Trekking bis zum Basislager (4900m) des Broad Peak aufgebrochen. Wir wollten versuchen, den Gipfel in nur einem Versuch mitsamt unserem gesamten Gepäcks zu besteigen. Nach zwei Tagen Rast im Basislager stiegen wir gleich ins Lager 2 auf 6200 Meter auf. Die Bedingungen waren sehr gut, aber die Rucksäcke sehr schwer. Wir steckten 2 Tage im Camp 2 fest, dann haben wir uns entschlossen, abzusteigen. Nach diesem Versuch hatte sich Paul entschieden, den Broad Peak sein zu lassen. und auch ich sah, ehrlich gesagt, keine großen Chancen mehr. Zu unbeständig war das Wetter bereits die ganze Saison über gewesen und der Schnee oberhalb 7000 Metern hatte auch nie ausreichend gutes Wetter gehabt, um sich zu setzen. Ich war froh, aber auch traurig, erneut im Basislager zu sein. Am folgenden Tag war ich unsäglich traurig und nach langer Betrachtung des Broad Peak entschloss ich mich, doch nochmals aufzusteigen, auch ohne Paul. Schlussendlich packte ich erneut meinen Rucksack, mit all der nötigen Ausrüstung, die ich jetzt ja alleine zu tragen hatte, und machte mich auf den Weg ins Lager 2. Doch auf der Höhe von 6500 Metern war der Schneefall so stark, dass ich eine Gipfelbesteigung ausschloss und entschied, ins Basislager abzusteigen und meinen Traum aufzugeben.

"Ich hatte es versucht und mein Bestes gegeben. Der Broad Peak nur 500 Höhenmeter höher als der Muztagh Ata, aber trotzdem sind die Wetterbedingungen in diesen Höhen immer noch der ausschlaggebendste Faktor. Es war erneut eine sehr wichtige Erfahrung für mich, da ich gesehen habe, dass ich auch in diesen Höhen imstande bin, meine komplette Ausrüstung selbst zu tragen, angefangen beim Zelt, Schlafsack, Kocher bis hin zu den anderen Kleinigkeiten, die man ebenso benötigt. Das ist auch genau das, was ich möchte: aus eigener Kraft, ohne Hilfe von Höhenträgern oder Sherpas, Gipfel zu besteigen."

KHAN TENGRI

TIAN SHAN / KASACHSTAN

7010 m

EXPEDITION 2011

" Ich war glücklich, den Khan Tengri bei schlechtem Wetter bestiegen zu haben, denn daraus habe ich viel gelernt. Ich habe die Gewissheit, dass ich auch in schwierigen Situationen meine mentale Kraft abrufen und mich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Das ist meine eigentliche Errungenschaft ! "

Am 07. Juli 2011 bin ich nach Almaty in Kasachstan aufgebrochen, gemeinsam mit meiner Reisebegleiterin Violetta Afuxenidi. Dort angekommen haben wir uns auf den Peak Pobeda vorbereitet. Am 22. Juli sind wir Richtung Basislager aufgebrochen. Zu unserer Gruppe gehörte auch Kerim Aktaev aus Bishkek, Kirgisistan.

Der Hubschrauer brachte uns von Karkara nach Southinylchek auf 4000 m. Nach 2 Akklimatisierungstagen sind wir gleich Richtung Peak Pobeda aufgebrochen. Die erste Akklimatisierungsphase war abgeschlossen, wir wollten aber eine zweite anhängen, um uns besser vorzubereiten, da es in Hinsicht auf die kurzen, schnell wechselnden Wetterfenster ratsam ist, in Gipfelnähe schnell und sicher zu agieren. Leider hatte eine Eislawine erwischt und meinen Begleiter Achim Rinortner leicht verletzt, ich blieb glücklicherweise unversehrt. Dieses Erlebnis ließ mich innehalten und ich glaubte, dieser Berg wollte mich nicht haben, und so hielt es für die besser Idee, weiterzuziehen und den Khan Tengri (7010 m) zu probieren, alleine.

Ich fand einen neuen Begleiter, Sergey Emantayev. Wir sind bis zum 4. Höhenlager aufgestiegen, um uns zu akklimatisieren. Nach 2 stürmischen Tagen haben wir beschlossen, trotz des schlechten Wetters den Gipfel zu probieren. Der erste Versuch scheiterte um 06:00 Uhr morgens. Zu kalt, zu windig. Um 10:00 Uhr haben wir es erneut versucht, wir sahen einen Funken Hoffung. Zu fünft ging's los, aber nach 4 Stunden haben nur Sergey und ich den Gipfel erreicht. Wir hatten leider gar keine Sicht, haben schnell ein Foto geschossen und sind wieder runter. Das Wetter verschlechterte sich zusehends, und es war saukalt. Meine Brillen waren total vereist, ich musste ohne weiter. Es war für mich sehr hart, abzusteigen, denn ich hatte meine Lage nicht mehr unter Kontrolle. Ich hielt an, musste mich sammeln und mich zwingen, zu fokussieren. Ich sagte mir: "Du schaffst das, du kannst das, alleine, ohne Hilfe." Und so bin ich Schritt für Schritt runter und bin fast erfroren im Zelt angekommen. Weitere 3 Tage mussten wir im Camp ausharren, ein Schneesturm hielt uns fest. Ich war todmüde, und mental total ausgelaugt, als wir endlich im Basislager ankamen. Nach einigem Hin und Her mit meiner Expeditonsgruppe konnte ich den Peak Pobeda nicht mehr probieren. Dieser Berg war zu schwierig und sehr ernst zu nehmen, sodass ich ihn nicht alleine probieren wollte, auch nicht in Begleitung unbekannter Personen, die Sterberate auf diesem Berg ist einfach zu hoch.

Ich war glücklich, den Khan Tengri bei schlechtem Wetter bestiegen zu haben, denn daraus habe ich viel gelernt. Ich habe die Gewissheit, dass ich auch in schwierigen Situationen meine mentale Kraft abrufen und mich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Das ist meine eigentliche Errungenschaft!

CHO OYU

HIMALAYA / CHINA

8201 m

EXPEDITION 2010

" Es war eine schwierige Zeit nach dieser Tragödie. Ich hatte viele Zweifel ob mir mein Traum so viel wert ist. Den ganzen Winter über fehlte mir diese enorme Freude für die Berge. Ich habe mich dann zweimal mit der Frau von Walter getroffen, was mir sehr gut getan hat. Ich fühlte mich befreiter nach diesen Treffen. Eine starke Frau die Manuela, die mir nicht etwa riet nicht mehr auf die Berge zu gehen, sondern zu mir sagte:
'Mach das was dich glücklich macht !' "

Auf der Expedition zum Lhotse habe ich eine Amerikanerin kennengelernt und wir haben beschlossen, noch im selben Jahr zum Cho Oyu zu fahren. Allerdings entschied sie sich dann doch im letzten Moment zu Hause zu bleiben und ich beschloss alleine zu fahren. Ich schloss mich einer bunt gemischten internationalen Gruppe an. In dieser Gruppe war zufällig der Däne Jakob Urth, der ebenfalls alleine unterwegs war. Somit beschlossen wir uns gemeinsam den Cho Oyu hochzuarbeiten. Nachdem wir unsere Akklimatisierung erfolgreich abgeschlossen hatten ist Jakob allein ins Lager 1 aufgestiegen, um sich noch etwas zu akklimatisieren. Ich folgte ihm 2 Tage später. Als ich ihn auf dem Weg traf, sagte er, er sei krank und müsse absteigen. Ich ging also doch mit 2 anderen Bergsteigern zum Lager 2. Da ich die einzige war, die schon genügend akklimatisiert war, beschloss ich in nachts alleine Richtung Gipfel aufzubrechen, da bereits einen Tag davor ein Münchner den Gipfel erreicht hatte und dieser mir sagte, dass es recht gut ginge. Tage zuvor herrschte nämlich rege Lawinengefahr, sodass sich Chinesen weigerten weiter die Fixseile anzubringen. Ich bereitete mich also psychisch auf meinen Gipfel vor und rastete etwas in meinem Zelt. Ich wusste absolute nicht was mich dort oben erwartete. Noch nie war ich oberhalb Lager 2 und der Wind hatte alle Spuren schon verwischt. Wer weiß, dachte ich, vielleicht finde ich nicht mal den Weg. Voller positiver Gedanken und Vorfreude startete ich also gegen 11 Uhr. Ich war sehr schnell und fühlte mich fit. In 1.15 war ich bereits auf Lager 3 auf 7600 Metern. Ich sah dort Lichter in den Zelten, wollte aber nicht warten bis auch diese aufbrachen, denn ich hatte Angst dass ich zunehmend unterkühle und ich ging einfach weiter.

"Auf 7750 m überkam mich eine unheimliche Angst. Eine innere Stimme sagte mir, dass es besser sei umzukehren und somit kehrte ich schweren Herzens ins Camp 2 zurück."

Ich stieg also wieder ab ins Basislager und nahm mir den Gipfel erneut für den 6. Oktober vor. Doch einen Tag vor meinem erneuten Aufbruch erreichte mich eine schreckliche Nachricht. Walter Nones war tödlich verunglückt beidem Versuch einer neuen Route. Ich konnte es kaum glauben und verstehen. Doch entschloss ich mich gleich seinen Freunden Manuel und Giovanni bei der Bergung zu unterstützen anstatt den Gipfel zu versuchen. Dieser Tag war wirklich schrecklich für mich. Obwohl ich die Bergung mit konzentrierter Ruhe überstanden hatte, war der Tag danach sehr schlimm und ich war den ganzen Tag nur am weinen. Wenige verblieben noch im Basislager, meine Truppe reiste aber ab und somit suchte ich mir noch eine Bleibe für einige Tage. Einer der letzten Alpinisten, die noch im Basislager waren, war Santiago Quintero aus Ecuador. Und wir beschlossen den Gipfel erneut zu versuchen. Also sind wir um 1 Uhr nachts von Lager 2 aufgebrochen. Santiago war aber etwas angeschlagen und ich schlug vor wieder ins Lager abzusteigen. Meine Motivation ließ bei dem immer stärker werdenden Wind auch zu wünschen übrig und ich beschloss abzusteigen. Santiago hingegen stapfte langsam weiter. Im Basislager angekommen, verfolgte ich den Aufstieg von Santiago. Glücklicherweise hat auch er nach Stunden verstanden dass es intelligenter war abzusteigen. Somit haben wir zusammen am 10. Oktober 2010 das Basislager verlassen.

"Es war eine schwierige Zeit nach dieser Tragödie. Ich hatte viele Zweifel ob mir mein Traum so viel wert ist. Den ganzen Winter über fehlte mir diese enorme Freude für die Berge. Ich habe mich dann zweimal mit der Frau von Walter getroffen, was mir sehr gut getan hat. Ich fühlte mich befreiter nach diesen Treffen. Eine starke Frau die Manuela, die mir nicht etwa riet nicht mehr auf die Berge zu gehen, sondern zu mir sagte: 'Mach das was dich glücklich macht!'"

Dieser Satz von dieser Frau hat mir so imponiert, dass ich daraus neue Kraft und Energie schöpfte. Der Erlebte hat mir gezeigt, dass mir kein Rückschlag meine Begeisterung für die Berge nehmen konnte. Es hat mich stark gemacht und reicher an Erfahrung

Walter, du wirst immer in unseren Herzen bleiben!!

LHOTSE

HIMALAYA / NEPAL

8516 m

EXPEDITION 2010

" Das Wetter war herrlich und nachts konnten wir die lange Lichterkette auf den Everest sehen. Nach 10 Stunden des Aufstiegs haben wir am 23. Mai 2010 um 10:23 Uhr den Gipfel erreicht, und ich war immer noch 23 Jahre alt ! "

"Es war mein Traum, mit 23 Jahren einen Achttausender zu besteigen. Bereits mit 15 Jahren träumte ich von Achttausendern, aber ich wollte nicht mit kommerziellen Expeditionen dorthin gelangen"

Ich hatte das Glück mit Simone Moro, der mich 2009 das erste Mal nach Nepal brachte. Wir hatten den Island Peak (6189 m) erreicht und ich hatte gelernt, dass ich die Höhe sehr gut vertragen konnte. Damals hätte ich auch den Cho Oyu probieren wollen, wenn uns die Chinesen nicht die Grenzen vor der Nase geschlossen hätten. Damals dachte ich, mein Traum mit 23 auf einem Achttausender zu stehen, wäre vorbei und ich war unsagbar traurig. Aber Simone sagte mir, es gäbe noch eine Möglichkeit für mich: der Lhotse. Ich überlegte nicht lang, legte mein Studium für ein Jahr auf Eis, und startete. Es war ein außergewöhnliches Abenteuer für mich, gewaltig, mit Simone Moro und Denis Urubko im Basislager zu sein. Ich konnte es kaum erwarten den Khumbu Eisfall rauf zu marschieren, von dem ich immer nur gelesen hatte. Es schien mir nicht mal so gefährlich, wie es mir alle gesagt hatten. Nach 3 Akklimatisierungsrunden bis auf 7200 m bin ich mit der Gruppe der Benegas Brothers aus Argentinien wieder ins Tal abgestiegen, um uns etwas zu erholen und Kraft für den bevorstehenden Gipfel zu sammeln. Es war so schön endlich mal wieder den Duft der Gräser und Blumen zu riechen. Es kam mir vor wie im Paradies. Nach einigen Tagen unterhalb von 4000m stiegen wir erneut ins Basislager hoch. Doch in der Zwischenzeit erreichte uns die Nachricht, dass ein russischer Bergsteiger am Lhotse wegen eines Ödems umgekommen war. Es war einer der Bergsteiger, die neben uns im Lager waren und ich befürchtete schon, dass die Stimmung im Lager sehr schlimm war. Aber alle verhielten sich ganz normal als sein nichts passiert. Nach erneuter positiver Einstellung meiner Gedanken, startete ich mit Dawa Sherpa zum Gipfel. Simone sagte, ich solle doch sicherheitshalber jemanden mitnehmen, falls etwas passieren sollte. Auf Lager 3 (7200m) angekommen, wollten wir von dort auf den Gipfel starten. Aber Dawa hatte starke Kopfschmerzen und war ohne Stimme. Ich versuchte ihm mit Medikamenten etwas zu helfen. Nach 1 Stunde kamen wir dann am toten Russen vorbei und es war schrecklich für mich. Noch nie hatte ich einen Toten am Berg gesehen. Nach 3 Stunden des Aufstiegs entschlossen wir uns wieder abzusteigen, weil es Dawa nicht besser ging und er ständig von Schmerzen klagte. Er hatte anschließend beschlossen mich nicht mehr auf den Gipfel zu begleiten und somit fragte ich Pemba Sherpa, ob er mit mir gehen wolle. Er stimmte gleich zu und beide waren wir von Anfang an überzeugt, dass wir den Gipfel erreichen würden. Diesmal starteten wir von Lager 4 (7900m).

"Das Wetter war herrlich und nachts konnten wir die lange Lichterkette auf den Everest sehen. Nach 10 Stunden des Aufstiegs haben wir am 23. Mai 2010 um 10:23 Uhr den Gipfel erreicht, und ich war immer noch 23 Jahre alt!"

Der Abstieg war lang und sehr anstrengend, aber im Basislager angekommen war ich überglücklich. Ich war nun überzeugt, dass es genau das war, das ich schon immer gesucht hatte. Seit diesem Moment wusste ich, ich wollte alles geben und trainieren, um meinen großen Traum zu meinen Beruf zu machen.

ISLAND PEAK

VERSUCH CHO OYU - HIMALAYA / NEPAL

6189 m

EXPEDITION 2009
GALLERY

" Ich habe Simone Moro auf meinem Maturaball kennengelernt und an diesem Abend hat er mir versprochen, dass er mich einmal auf eine Expedition ins Himalayagebirge mitnehmen würde. 2009 habe ich ihn dann auf Facebook erneut getroffen und ihn einfach kurzerhand gefragt, wann er mich dann mitnehme, um sein Versprechen einzulösen ... "

"Ich habe Simone Moro auf meinem Maturaball kennengelernt und an diesem Abend hat er mir versprochen, dass er mich einmal auf eine Expedition ins Himalayagebirge mitnehmen würde. 2009 habe ich ihn dann auf Facebook erneut getroffen und ihn einfach kurzerhand gefragt, wann er mich dann mitnehme, um sein Versprechen einzulösen..."

Für mich war es nicht nötig zuerst mit einem Fünf- oder Sechstausender zu beginnen, bevor ich mich an 8000 heranwagte. Zu meiner großen Überraschung lud mich Simone zu seiner "Trilogy Expedition" ein, obwohl er meine konditionelle und alpinistische Verfassung nicht kannte, seine Expedition zum Cho Oyu (8201m). Zu diesem Zeitpunkt war meine weiteste Höhe grad mal 4030 m. Dieser Tag war einer der schönsten in meinem Leben. Ich war nur mehr am herum schreien und zitterte am ganzen Körper.

Anfang September sind wir dann gestartet.
In Kathmandu angekommen, haben wir ein Trekking ins Khumbu Tal gemacht, mit dem Ziel, den 6189 m hohen Islandpeak zu besteigen. Ich hatte wirklich den tollsten Lehrer, den ich mir nur wünschen konnte. Um das Lager 1 auf dem Cho Oyu zu simulieren, haben wir eine Nacht unterhalb des Islandpeaks verbracht und ich konnte keine Minute schlafen, weil ich solche Kopfschmerzen hatte. Zurückgekommen nach Chukkhung (4700m) hat uns die für mich sehr schmerzhafte Notiz erreicht, dass die Chinesen alle Grenzen gesperrt hatten und somit war niemandem möglich in Tibet einzureisen. Ich war so traurig, weil es mein größter Traum war, mit 23 Jahren auf einem 8000er zu stehen. Dieses schien mir nun unerreichbar.

Ich hatte aber eine wunderschöne und wichtige Erfahrung machen dürfen. Auch wenn ich enttäuscht war, hatte ich verstanden, dass der Berg zum Wichtigsten in meinem Leben geworden war und dass ich unbedingt erneut hier her kommen möchte und würde.