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NANGA PARBÀT 2016

Der Gigant aus Eis

WINTER EXPEDITION

NANGA PARBÀT / PAKISTAN

8126 m

JANUAR / FEBRUAR 2016

"Die erste Frau zu sein, welche eine Winter Erstbesteigung auf einem 8000er schafft, war einer meiner größten Träume... aber der Versuch dieses zu erreichen, hat mir viel mehr geschenkt."

Im Basislager bin ich mit einem einzigen Partner angereist. Simone Moro, ein ausgezeichneter Bergsteiger und Athlet und zudem ein guter Freund. Zu ihm gesellten sich aber noch zwei weitere tolle Personen: Alex Txikon e Ali Sadpara. Sofort bildeten wir eine einzige Gruppe und fühlten uns zusammen sehr wohl. Von diesem Moment an hat jeder alles gegeben, damit wir gemeinsam den Gipfel des Nanga Parbats zu erreichen, realisieren konnten!

Lange haben wir auf gute Bedingungen warten müssen. Sobald wir an diesem 80. Expeditionstag von Camp 4 starten konnten, um gegen Mittag den Gipfel zu erreichen, war es eisig kalt. Dieser Aufbruch war für mich gleich sehr hart, weil wir uns zuvor nur eine einzige Nacht bis auf 6100 Meter akklimatisiert hatten, hat es mich körperlich sehr mitgenommen. Trotz meiner Übelkeit war ich entschlossen aufzubrechen, um mich auch diesem letzten Teil der großen Herausforderung zu stellen. 4 harte Stunden im Schatten mit gefühlten -58 Grad Celsius und dann hoch, bis 70 Meter unter dem Gipfel, wo ich die schwierigste Entscheidung meines Lebens treffen musste!

Eine Stunde vor dem großen Erfolg, total erschöpft und ausgelaugt von der Kälte und den Anstrengungen habe ich entschieden alleine umzudrehen. Auf meinen eigenen Beinen und ohne, dass ich mich überhaupt mitgeteilt hatte, bin ich umgekehrt, damit meine Kameraden und Freunde ohne Last zum Gipfel konnten, ohne mein und deren Leben durch einen zu langsamen Abstieg aufs Spiel zu setzen. Auch der Abstieg ist für mich nicht einfach gewesen. Ich stürzte, kam ins Rutschen, konnte mich nicht mehr halten und glaubte sterben zu müssen. Aber das Glück oder der Geist des Berges hielten mich an und brachten mich wieder nach Hause.

Im Nachhinein weiß ich, dass mich all die schweren Situationen während der Expedition zu einem anderen Menschen gemacht haben. Jetzt bin ich eine neue Tamara: reifer und mutiger. Eine Tamara, die überzeugt ist, das Richtige getan zu haben und dank Gottes Stimme auf den Gipfel verzichtet hat! Eine Tamara, die den Tod ins Auge gesehen hat und noch lebt, die die Kälte fürchtete, aber jetzt weiß, dass sie sie aushalten kann. Eine Tamara, die es zulässt Leute kennenzulernen, die die Wichtigkeit eines guten Partners verstanden hat, die großen Wert auf ein funktionierendes Team legt! Jetzt weiß ich, dass mein wahres Zuhause nicht zu Hause ist, sondern in den höchsten Bergen der Welt, umgeben von Einsamkeit und Einfachheit.

Danke an euch alle, die mich unterstützt, angefeuert und ermutigt haben! Vielleicht wisst ihr es nicht, aber durch euch werde ich Schritt für Schritt zu einer glücklicheren und selbstbewussteren Person.